Meine FerienwohnungSeeburg

See und Natur · 4 Minuten Lesezeit

Das Naturschutzgebiet Seeanger, Retlake, Suhletal

Der Seeanger liegt laut Gemeinde Seeburg etwa 1 km nordwestlich des Seeburger Sees und gehört zum Naturschutzgebiet „Seeanger, Retlake, Suhletal“, das der Landkreis Göttingen am 05.11.2015 mit einer Größe von rund 400 ha ausgewiesen hat. Von unseren Ferienwohnungen im Ortskern von Seeburg erreichen Sie das Gebiet zu Fuß über befestigte Wege.

Störche auf einer Wiese bei Seeburg

Was genau ist der Seeanger?

Der Name Seeanger wird oft für das ganze Feuchtgebiet nordwestlich des Seeburger Sees verwendet. Genau genommen ist er eine sogenannte Subrosionssenke: eine Mulde, die entstanden ist, weil Regenwasser über sehr lange Zeit Salze aus den gipshaltigen Zechstein-Schichten im Untergrund gelöst hat. Die Hohlräume gaben nach, und vor etwa 10.000 Jahren sackten die Bodenschichten darüber ab. So entstanden der Seeburger See, der Luttersee und im Bereich des heutigen Seeangers der Westersee. Wikipedia nennt eine Urkunde von 1312, in der Westersee und Luttersee erwähnt werden.

Der Westersee und der Luttersee verlandeten im Lauf der Zeit und wurden zu Wiesen. Durch Wasserrückhaltung sind im Seeanger und im Lutteranger wieder flache, naturnahe Stillgewässer entstanden. Die Schutzgebietsverordnung nennt 2003 als Jahr der Renaturierung des Seeangers, das Vogelportal birdingplaces.eu gibt 2002 an. Die Gemeinde Seeburg verbindet das Projekt außerdem mit dem Ziel, die Verlandung des Seeburger Sees zu bremsen und Feuchtwiesen in ihren natürlichen Zustand zurückzuführen.

Wie groß ist das Naturschutzgebiet und was gehört dazu?

Die Verordnung des Landkreises Göttingen vom 05.11.2015 legt Namen und Umfang fest:

MerkmalAngabe laut Verordnung
BezeichnungNaturschutzgebiet „Seeanger, Retlake, Suhletal“
Größeca. 400 ha
GemeindenLandolfshausen, Seulingen, Rollshausen, Seeburg, Ebergötzen, Krebeck, Wollbrandshausen
NaturraumSeeburger Becken
EU-SchutzFFH-Gebiet 139 (DE4426-301) und Teil des Vogelschutzgebiets V19 „Unteres Eichsfeld“

Zum Gebiet gehören Teile der Bachniederungen von Suhle, Aue und Retlake. An den Quellen von Suhle und Retlake liegen vermoorte Senken mit kalkreichen Niedermooren, die heutigen Schweckhäuser Wiesen und die Retlake-Niederung. Der größte Teil wird als Grünland bewirtschaftet, extensiv oder intensiv, ein kleiner Teil als Acker. Der Seeburger See selbst ist ein eigenes, älteres Naturschutzgebiet und seit 1976 geschützt.

Welche Vögel brüten und rasten im Seeanger?

Seit der Renaturierung haben sich laut Verordnung als Brutvögel Weißstorch, Kiebitz, Wasserralle, Neuntöter, Schwarzkehlchen und Blaukehlchen angesiedelt, möglicherweise auch das Braunkehlchen. Im Frühjahr und Herbst rasten Zugvögel auf dem Weg zwischen ihren Brutgebieten in Nord- und Osteuropa und den Winterquartieren, darunter Alpenstrandläufer, Bruchwasserläufer, Bekassine, Kampfläufer, Rotschenkel, Grünschenkel, Uferschnepfe, Kraniche sowie Saat-, Nonnen-, Brand- und Blässgänse.

Das Portal birdingplaces.eu beschreibt das Gebiet als kleinen See mit Feuchtwiesen, Schilf und vereinzelten Büschen und empfiehlt besonders März und April. Wie Sie Ihren Besuch planen und welche Ausrüstung sinnvoll ist, steht im Ratgeber zur Vogelbeobachtung am Seeburger See.

Welche Pflanzen und Insekten sind hier geschützt?

Geschützt sind im Seeanger auch Pflanzen und Insekten. Durch jahrelangen Verzicht auf Dünger sind artenreiche Wiesen mit Kuckuckslichtnelke und Wiesen-Schaumkraut entstanden. In den kalkreichen Niedermooren wachsen stark gefährdete Arten wie Schmalblättriges und Breitblättriges Wollgras, Fieberklee, Sumpf-Herzblatt und Echte Sumpfwurz. Auf den Pfeifengraswiesen kommen das Breitblättrige Knabenkraut, Natternzunge und Teufelsabbiss vor.

In den nassen Wiesen leben gefährdete Heuschrecken wie die Sumpfschrecke und die Kurzflügelige Schwertschrecke, an den Bächen die Blauflügel-Prachtlibelle und die Gebänderte Prachtlibelle. Die Niedermoore sind laut Verordnung außerdem Lebensraum für stark gefährdete Windelschnecken. Wer im Frühsommer langsam am Wegrand entlanggeht, sieht davon mehr als bei einem schnellen Spaziergang.

Warum ist der Seeanger für den Seeburger See wichtig?

Der Seeburger See hat ein Einzugsgebiet von 31,5 km², sein Wasser tauscht sich laut Wikipedia rechnerisch etwa alle vier Monate aus. Was die Aue aus diesem Gebiet mitbringt, landet im See, darunter Schlamm und Nährstoffe von Äckern, die den flachen See langsam verlanden lassen. In warmen Sommern kommt es zu Blaualgenblüten, im August 2006 gab es ein großes Fischsterben.

Der See ist deshalb Teil eines Renaturierungsprojekts mit dem Namen „Seeanger, Westersee und Luttersee“. Die Gemeinde Seeburg beschreibt es als Vorhaben, das die Verlandung des Sees bremsen und die Feuchtwiesen wieder in einen natürlichen Zustand bringen soll. Seit 2014 kommen Sedimentrückhaltebecken und Querriegel hinzu, die das Wasser verlangsamen, damit sich Schwebstoffe absetzen, bevor sie den See erreichen. Die Wiesen im Schutzgebiet werden weiter gemäht oder beweidet; die Verordnung verbietet aber, Grünland in Acker umzuwandeln, und setzt auf wenig oder gar nicht gedüngte Flächen. Für Besucher heißt das: Was nach ruhiger Wiese aussieht, ist ein Teil der Arbeit, den See zu erhalten.

Was ist für Besucher erlaubt und was nicht?

Das Gebiet ist frei zugänglich, solange Sie auf den Wegen bleiben. Die Verordnung untersagt unter anderem:

  • das Betreten außerhalb der Wege
  • Hunde frei laufen zu lassen
  • Drohnen und andere Fluggeräte, auch Modellflugzeuge
  • Zelten, Lagern und offenes Feuer
  • das Stören wild lebender Tiere durch Lärm
  • das Befahren nicht öffentlicher Wege mit dem Auto
  • das Setzen von Geocaching-Punkten

Für Gäste mit Hund heißt das: Leine an, auch wenn der Weg leer aussieht. Wer mit Hund anreist, findet Hinweise zur Unterkunft auf der Seite Ferienwohnung mit Hund.

Wie kommen Sie von der Ferienwohnung zum Seeanger?

Die Gemeinde Seeburg beschreibt das Renaturierungsgebiet Seeanger und Lutteranger als etwa 1 km nordwestlich des Sees gelegen und mit befestigten Wegen erschlossen. Laut birdingplaces.eu führt ein Rundweg über eine asphaltierte Straße, Beobachtungsstände sind vorhanden. Einen offiziellen Parkplatz gibt es nicht, Autofahrer parken im Ort. Von unserem Haus in der Eichsfeldstraße gehen Sie zu Fuß los, der Seeburger See liegt rund 500 m entfernt, von dort ist es nicht mehr weit.

Gut kombinieren lässt sich der Seeanger mit dem rund 4,5 km langen Rundweg um den Seeburger See. Wenn Sie zur Zugzeit im Frühjahr oder Herbst ein paar Tage bleiben möchten, fragen Sie über unsere Anfrage nach freien Terminen.

Fragen und Antworten

Wie heißt das Naturschutzgebiet am Seeanger genau?

Es heißt „Seeanger, Retlake, Suhletal“ und wurde mit Verordnung des Landkreises Göttingen vom 05.11.2015 ausgewiesen. Es ist rund 400 ha groß.

Wo liegt der Seeanger?

Laut Gemeinde Seeburg etwa 1 km nordwestlich des Seeburger Sees, im Naturraum Seeburger Becken.

Darf ich mit Hund in den Seeanger?

Ja, auf den Wegen und an der Leine. Die Verordnung verbietet, Hunde frei laufen zu lassen.

Wann wurde der Seeanger renaturiert?

Die Schutzgebietsverordnung nennt 2003, das Portal birdingplaces.eu 2002. Seitdem sind Flachwasserzonen und Feuchtgrünland entstanden.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Meine Ferienwohnung Seeburg, Marion & Achim Goldmann.

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